Zeitungsausschnitte: 2005


Nordwest-Zeitung; 15.08.2005

Treue Seelen helfen den Kindern


ENGAGEMENT Besucher aus Weißrussland feiern ihr Bergfest bei den Baptisten


13 weißrussische Kinder sind auf Einladung einer Eltern-Initiative zu Besuch in Wildeshausen und Hatten. Sie bleiben bis Ende August.

VON FRANK JACOB

WILDESHAUSEN - Etwas mehr als 400 Menschen leben in den beiden weißrussischen Dörfern Toschtschiza und Nowy Bychow. Die Hälfte von ihnen ist arbeitslos. Kartoffeln, Gurken, Tomaten werden von den Menschen selbst angebaut. "was die Eltern verdienen, reicht oft nur für Brot", sagt Tamara Terech. Gemeinsam mit Dina Wichrowa begleitet sie 13 Kinder aus Weißrussland, die noch bis Ende August auf Einladung einer Eltern-Initiative zu Gast in Wildeshausen und Hatten sind. Ihre Heimatdörfer liegen in der Tschernobyl-Zone, wo sich im April 1986 das Reaktorunglück ereignete.
"Die Aufenthalte sind sehr wichtig für die Kinder", berichtet Tamara Terech. Wenn die Kinder in Deutschland ankommen, sind sie meist blass und dünn. Vitaminarme Ernährung ist eine Ursache ihrer schlechten Konstitution. Dank gesunder Ernährung mit zum Beispiel Säften, Fleisch und Fisch während des vierwöchigen Aufenthaltes im Westen nehmen die Kinder zu, bekommen rote Wangen. "So ein Urlaub reicht fürs ganze Jahr", weiß Tamara Terech, die berichtet, dass die Kinder nach der Rückkehr in ihre Heimat etwa weniger anfällig für Erkältungen sind.
Die Aufenthalte werden stets abgerundet durch ein Fest in der Baptistengemeinde in Wildeshausen, so Fred Cordes, Sprecher der Eltern-Initiative Hatten/Wildeshausen. Üblicherweise wird das Fest als Abschiedsfeier am Ende der vier Wochen ausgerichtet. Aus terminlichen Gründen feierte man in diesem Jahr jedoch ein Bergfest.
Am vergangenen Sonnabend trafen sich die Kinder mit Gasteltern und Betreuern im Gemeindezentrum am Anemonenweg zu einem Nachmittag voller Spiel und Spaß. Die Kinder konnten sich an einer Wurfmaschine versuchen, Tennis spielen oder auf einem Luftkissen toben, das von den Diakonischen Werken Himmelsthür zur Verfügung gestellt wurde. Es gab Kaffee und Kuchen, am Abend wurde zudem gegrillt. Für die Kinder lagen auch kleine Geschenke bereit.
"Die Gemeinde hat viele treue Seelen, die sehr hilfsbereit sind", ist Tamara Terech dankbar für das Engagement. Insbesondere den Gastfamilien spricht sie großen Dank aus. Etwa die Hälfte der acht bis 14-jährigen Kinder ist zum ersten Mal zu Besuch im Landkreis, die übrigen zum zweiten Mal. Sie unternahmen bereits gemeinsam einen Ausflug nach Dangast und ins Rämmi-Dämmi-Kinderland und wollen noch den Märchenpark in Ostrittrum besuchen
Die Eltern-Initiative setzt sich schon seit zehn Jahren dafür ein, weißrussischen Kindern einen Urlaub zu ermöglichen. Die politische Situation in Belarus erschwere dies jedoch, so Fred Cordes. "Das ist eine ganz andere Welt", sagt Erhard Schließke, Leider der Ev.-Freikirchlichen Gemeinde. Gleichwohl habe man inzwischen rund 300 Kindern einen Aufenthalt ermöglicht.
Problematisch sei allerdings, dass Atomunfälle offenbar kein Eregungsthema mehr sind. Insbesondere in der geringen Zahl an Gastfamilien schlage sich dies nieder. Cordes ist deshalb dankbar für jede Familie, die sich bereit erklärt, ein Kind für die Zeit des Aufenthaltes aufzunehmen. Für Informationen steht er unter 04433/ 273 zur Verfügung.






Nordwest-Zeitung; 15.08.2005

Aufregende Tage und Nächte im Dötlinger Zeltlager


FREIZEIT 26 Kinder erleben viele Abenteuer und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm


DÖTLINGEN/FJ - Die Kinder liegen bereits in den Zelten und schlafen. Um Mitternacht ist das nicht ungewöhnlich. Doch dann stören nächtliche Besucher die Idylle. Sie geben sich als Insektensammler aus, die ihre Glühwürmchensammlung im Wald verloren haben. Ehrensache, dass die Kinder bei der Suche helfen. Als sie ins Lager zurückkehren, folgt jedoch die böse Überraschung: Die Lagerfahne war inzwischen gestohlen worden!
Wenn die Ev.-Freik. Gemeinde aus Wildeshausen mit 26 Kindern zum Abenteuer-Zeltlager aufbricht, wird schnell klar, dass sich die Steppkes auf aufregende Erlebnisse freuen dürfen. Dazu gehören auch die nächtlichen "Überfälle" - seit mehr als 15 Jahren. Denn die Zeltlager blicken auf eine lange Tradition zurück, berichtet Margit Feenders, eine von zehn Begleitpersonen.
Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. Treffpunkt war am Freitagnachmittag die Glaner Braut. Von dort aus folgten die Kinder Bändern, die in Bäumen hingen. Der Clou: Auf den Bändern stand jeweils der Name eines Teilnehmers. "So wird gleich das Gemeinschaftsgefühl gestärkt", erklärt Margit Feenders. Der Nachwuchs folgte den Bändern und kam schließlich auf dem Polizeisportplatz in Dötlingen heraus. Die Zelte waren bereits aufgestellt und mussten nur noch bezogen werden.
Dem Motto des Zeltlagers "Mit vollem Einsatz - Du bist gefragt" gerecht werdend, ging es gleich munter weiter: Die Kinder sollten sich untereinander kennen lernen, die Lagerfahne mit der Aufschrift "Hier bist du richtig - Du bist Gott wichtig" wurde gemalt und die Einsatzzentrale, versteckt zwischen dichten Bäumen, eingerichtet. Hier liefen während des dreitägige Zeltlagers, das am Sonntag endete, Aufträge auf, die verschiedene Programmpunkte einleiteten.
IN Workshops wurden etwa Stofftaschen bemalt und "Regenmacher" gebastelt. Höhepunkt war aber sicherlich das Geländespiel am Sonnabend, das unter dem Motto "Weltmarkt" stand. Die Kinder sollten sich als Schaf-, Gänse- und Schweinhändler versuchen. Oberstes Ziel war es dabei, möglichst hohe Gewinne für die gezüchteten Tiere zu erzielen.
Aber auch das Rahmenprogramm wusste zu überzeugen. "Das Fußballspielen macht Spaß", freute sich der achtjährige Pascale, während Jasmin lieber Fangen spielte. Der Neunjährigen schmeckte auch das Essen richtig gut. Das Lob dürfte dem Küchenteam um Ursela und Lothar Dietz sowie Steffi Schließke schmeicheln, die sich mächtig ins Zeug legten, damit es allen mundete. Den besten Beweis dafür trat Constantin an: Der Achtjährige verputzte zum Mittag fünf Teller Spaghetti.








Wir danken der Nordwest-Zeitung für die freundliche Genehmigung Ihre Texte hier wiedergeben zu dürfen